Christliches Centrum St. Matthäus, Windberg

Heilige II

II.

In der Eucharistischen Liturgie werden nun einige Heilige genannt.

„In heiliger Gemeinschaft ehren wir dabei vor allem das Andenken der glorreichen Jungfrau Maria, der Mutter unseres Herrn und Gottes Jesu Christi, Deiner hll. Apostel und Märtyrer Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen. Durch ihre Fürbitten gewähre uns in allem hilfreich Deinen Schutz und Beistand. Durch Christus unsern Herrn. Amen.“

Wer waren diese Heiligen? Dem wollen wir nachgehen.

Kosmas und Damianus

Die Aufzählung in der Gregorianischen Messe, die mit Maria und Aposteln Petrus und Paulus beginnt, schließt mit Kosmas und Damianus. Aber auch die Chrysostomos-Liturgie benennt sie. Wer waren diese Beiden?

Ihr Gedenktag in der römisch-katholischen Kirche ist nicht gar nicht so lange her: am 26. September war ihr Tag. Die orthodoxen Christen wie auch die Armenier begehen ihn am 17. Oktober, die Kopten später nämlich am 18. November. Für alle Tage aber gilt der Spruch des Volksmunds: „St. Kosmas und St. Damian / fängt das Laub zu färben an.” 
“Der Kosmas und der Damian, / die zünden alle Lichter an.”

Auch wenn sich der zweite Vers auf die Dunkelheit des Herbstes bezieht – haben die beiden das Licht, das Christus ist, weitergegeben?

Kosmas und Damian waren Ärzte, die Kranke kostenlos behandelten und so von der Liebe Christi, dem Ur-arzt zeugten. Diese Selbstlosigkeit machte viele Menschen offen für Gottes Stimme und führte sie so zum Glauben. Am Ende erlitten sie den Märtyrertod: Sie starben für ihr Bekenntnis zu Christus (303). Geboren wurde sie wahrscheinlich in Syrien, ihrem Herrn entgegen gingen sie wahrscheinlich in Aegea in Cilicien (das heute in der Türkei gelegene Yumurtalık)

Reiche Legendenbildungen und ausufernde Phantasie sowie innerkirchliche Auseinandersetzungen ermöglichen es nicht, darüber hinaus sicher Aussagen zur ihre Biographie zu machen.

Schon 350 gab es in Rom eine Kirche, die ihnen geweiht wurde. Reliquien fanden sich in Florenz und Essen, München, Prüm in der Eifel, aber auch in Hildesheim und Bremen (heute in München).

Was bleibt? Wenn wir alle Legenden und teilweise eher wirren Geschichten um die Beiden kritisch gegenlesen, so dürfen wir doch festhalten: Kosmas und Damian haben ihren Glauben in ihrem Lebenswurf bekannt. Sie haben – mit der Gabe der Heilkunst versehen – die Liebe Gottes weitergegeben. Sie haben Jesus Christus, den Erlöser der Welt, verkündigt. Ihr Ziel war nicht, an irdischen Gütern reich zu werden. Und doch hat Gott für sie gesorgt. (Wir dürfen uns vorstellen, dass ihre Patienten mit Liebesgaben eine Antwort gegeben haben.)

Soweit ist ihr Leben eine klare Predigt an uns. Schwierig wird es mit ihren letzten Stunden. Den Glauben bekennen: ja! Bis zum Märtyrertod aber? Das erscheint uns heute grausam. Dabei vergessen wir, dass in keinem Jahrhundert so viele Christen wegen ihres Glaubens ihr Leben lassen mussten wie im vergangenen Saeculum. Und wir vergessen, dass es doch durchaus denkbar ist, dass Gott uns in einem solchen Fall mit der nötigen Kraft ausrüsten wird. Wenn Jesus das Folgende sagt, so liegt darin Trost und Ermutigung! „Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeugnis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet….So fürchtet euch denn nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater“ (Mt 10)

Cosmas und Damian sind ihrem Herrn nachgefolgt, im Leben als Ärzte und im Sterben.

Ein Arzt ist uns gegeben,
der selber ist das Leben;
Christus, für uns gestorben,
der hat das Heil erworben.

Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl
dient wider alles Unheil;
der Heilig Geist im Glauben
lehrt uns darauf vertrauen.

Durch ihn ist uns vergeben
die Sünd, geschenkt das Leben.
Im Himmel solln wir haben,
o Gott, wie große Gaben!

Erhalt uns in der Wahrheit,
gib ewigliche Freiheit,
zu preisen deinen Namen
durch Jesus Christus. Amen.

aus EG 320

1 Kommentar

1 Antwort bis hierher ↓

Kommentar schreiben